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Förderverein - Postille

dir
Knechtsteden, im Juni 2010


Liebe Mitglieder des Fördervereins,

am Ende des Schuljahres 2009/2010 kann der Förderverein wiederum eine stolze Bilanz vorweisen; sowohl die Entwicklung der Mitgliederzahl als auch das Guthaben sind erfreulich. Somit war es möglich, als größere Anschaffung den alten Fachraum „Sozialwissenschaften“ mit Rechnern und entsprechendem Mobiliar auszustatten. Dies wird die Möglichkeiten im Fachbereich Informatik deutlich erweitern.

Aber auch bei den Angeboten schulischer Veranstaltungen ist der Förderverein unterstützend tätig. Die schrecklichen Erlebnisse von Frau Blanka Pudler während der NS-Zeit beeindruckten die Schülerinnen und Schüler und vermittelten viel intensiver, als Bücher dies vermögen, die Menschenvernichtung und -verachtung des NS-Regimes.
Die Beispiele innerhalb dieser Broschüre machen quasi als Rechenschaftsbericht deutlich, wie wichtig die Unterstützung durch den Förderverein ist. Ich werde deshalb nicht müde, Sie zu bitten, Ihr Engagement beizubehalten oder dem Förderverein beizutreten. Wir brauchen Ihre Mithilfe.

Ich wünsche Ihnen schöne, erholsame Ferien.

Ihr
J. Zanders
(Schulleiter)


Vorstandssitzung in Mitgliederversammlung integriert


mgv1Mit Verspätung begann am 15. Juni die Jahreshauptversammlung, weil man den Vorsitzenden telefonisch herbeirufen musste: er hatte sich den Termin falsch notiert. Zudem musste auch die Vorstandssitzung, die vorher hätte stattfinden sollen, entfallen. Die 20 Mitglieder, die gekommen waren, nahmen es mit Humor und bezogen kurz entschlossen die Vorstandssitzung in den Ablauf ihrer Versammlung ein.

Positiver Kassenstand: Herrn Zanders’ Informationen zufolge waren am 02. Juni dieses Jahres 61.469,67 € auf den diversen Konten des Fördervereins. Dazu kommen noch 14.522,86 € des Vereins der Ehemaligen, für den der Förderverein Buch führt.



konzMitgliederzahl stark gestiegen: Am 15. Juni 2010 hatte der Förderverein 787 Mitglieder. Dieser neue Höchststand wurde vor allem erzielt, weil viele ehemalige Schüler/innen, die bisher nur dem so genannten Verein der Ehemaligen angehört hatten, aufgrund einer gezielten Werbeaktion beim Treffen der Ehemaligen dem Förderverein beitraten. Herr Zanders dankte allen Aktiven sowie dem Postilleteam für ihr Engagement im vergangenen Jahr.

Unterschiedliche Zuschüsse: 2009 ermöglichte der Förderverein Neuanschaffungen in Höhe von ca. 24.385 €. Den Löwenanteil von 16.211 € erhielt die Fachschaft Sport für Sportgeräte. 4.440 € wurden für den allgemeinen Bereich der Schule (Bücherei, Klassen, Fetenraum usw.) bereit gestellt. Die Fachschaft Musik freute sich über einen Zuschuss von 2.760 €. Im Übrigen bekam die Fachschaft Biologie 884 €, um Unterrichtsmittel, 1 Fernseher und 1 DVD-Player zu erwerben. Die Fachschaften Englisch (345,00 €) sowie kath. und ev. Religion (37,48 €) waren dagegen deutlich genügsamer.


mgv2Einwandfreie Kassenführung: Der Bericht über die Prüfung der Jahresbilanz 2009, die Herr Markus Klee (re. im Foto S. 4) auch im Namen seiner Kollegin Friederike Rotmann-Kehder vortrug, hob hervor, dass die Unterlagen übersichtlich und einwandfrei geführt worden seien. Herr Klee beantragte daher die Entlastung des Vorstands. Dieser Antrag fand die einstimmige Unterstützung der Versammlung.

Keine Neuanschaffungen beantragt: Da dem Förderverein keine Anträge der Fachschaften auf Neuanschaffungen vorlagen, erläuterte Herr Zanders, wie die im Februar vom Vorstand gebilligten Zuschüsse eingesetzt wurden oder werden:
• Die Fachschaft Biologie verwendete die gewährten 3.000 €, um einen Beamer, Laptop und Zubehör zu kaufen.
• Die Fachschaft Informatik ist dabei, mit den bewilligten 20.000 € Mobiliar, Rechner usw. im ehemaligen SOWI-Raum zu installieren.
• Die Fachschaft Französisch nutzt den Fördervereinszuschuss von 1.500 € für die Ausstattung des Sprachlabors.
• Die Fachschaft Musik freut sich über Fördermittel in Höhe von 6.000 €, die der Schülerband für den Erwerb neuer Musikinstrumente zugute kommen.
• Für eine Theateraufführung (z. B. "click it!") der Aktion "Zartbitter" über Chancen und Risiken des Internets stellt der Förderverein auf Antrag Mittel bereit.


Vereinspostille als Download


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Vereinspostille - Das Archiv

Ältere Ausgaben der Postille stehen als Download bereit:

Postille Nr. 7
Postille Nr. 8
Postille Nr. 9
Postille Nr. 10
Postille Nr. 11
Postille Nr. 12



mgv3Allgemeine Ausblicke: Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ erfuhr die Versammlung vom Vorsitzenden:
•Das NGK erhalte aus dem Konjunkturpaket der Regierung etliche finanzielle Mittel, so dass man u. a. folgende Projekte realisieren könne: die vorgeschriebenen Brandschutzmaßnahmen, die Überholung der Heizungs- und Lüftungsanlage im Schwimmbad und die Sanierung der Jungentoiletten im Altbau.
•Die Erweiterung des Sportinternats sei in der Planungsphase.
•Erneut werde im nächsten Schuljahr der Wegfall des Samstagsunterrichts beantragt; zudem werde man auch am NGK die Möglichkeit und den Nutzen einer Aufnahme des Ganztagsschulbetriebs überprüfen.
•Er selbst werde seinen geplanten Ruhestand noch etwas verschieben, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden sei - eine Mitteilung, die den spontanen Beifall der anwesenden Mitglieder fand.

Mitgliederwerbeaktion am 31.08.2010: Am Tag der Einschulung sind alle, die Zeit haben, eingeladen, an unserem Informationsstand bei der Mitgliederwerbung mitzumachen. Der Aufbau des Standes im Foyer der Schule beginnt um 8:30 Uhr.
Sylvie Geldmacher

Kriminelle Abbuchungen aufgedeckt


s.b.Was die Kassenprüferin Friederike Rotmann-Kehder der Mitgliederversammlung berichtete, war kaum zu glauben: in den letzten Monaten seien beträchtliche Geldbeträge von den bekannten Konten des Fördervereins abgebucht worden; nur der gewissenhaften Buchführung der Verwaltungsangestellten Sabine Behrens (Foto) sei die Aufdeckung der Manipulati-onsversuche zu verdanken. Inzwischen hat die Kripo eine Betrügerbande in Essen gefasst. Frau Behrens dazu: „Damit ist die Sache nicht erledigt! Denn es gibt immer noch betrügerische Abbuchungen. Ich passe aber auf! Da können Sie sicher sein!“ Die kriminellen Online-Abbuchungen sind wahrscheinlich nicht zu verhindern. Nur gut, dass sich der Förderverein auf Frau Behrens verlassen kann!
Friederike Rotmann-Kehder

"In Auschwitz habe ich den Glauben an Gott verloren"


b.p.erklärte Blanka Pudler unter Tränen den Zuhörern. „Ich würde so gerne zu meinem Gott zurück finden, aber ich kann es nicht. Ich werde aber nicht aufhören, es zu versuchen.“

Am 3. März besuchte die heute 81-Jährige auf Initiative des Fördervereins das Norbert-Gymnasium Knechtsteden. Im Geschichtskurs der Jahrgangsstufe 12 (Ltg. Herr Moßmann) schilderte sie bewegt ihre Geschichte und ihr Überleben. Alle saßen über eine Stunde still da und hörten der Geschichte Frau Pudlers zu. „Der persönliche und direkte Bericht einer Zeitzeugin ist viel bewegender als das Lesen über diese fürchterlichen Geschehnisse“, sagten mehrere Schüler sichtlich betroffen.

Blanka Pudler erlebte 1944 die deutsche Besetzung Ungarns und wurde als ungarische Jüdin erst in einem Ghetto inhaftiert und später mit ihrer Familie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. „Ein eleganter SS-Offizier zeigte am Eingang des Vernichtungslagers nur mit seinem Zeigefinger nach links oder rechts und entschied so, wer sofort in die Gaskammer gebracht wurde und wer zum Arbeiten benötigt wurde“, erklärte sie. Die damals 14-Jährige wurde auf diese Weise von ihrer Mutter getrennt und sah ihre Mutter niemals wieder.


zuhörerFast tausend Mädchen und Frauen mussten sich stundenlang in Reihen in die glühende Sonne zum Abzählen aufstellen; es gab nur eine Scheibe Brot und etwas Suppe zu essen, die von vorne nach hinten durchgereicht wurden. „Am schlimmsten war der Durst; denn es gab kein Trinkwasser im Lager“, erklärte Frau Pudler. Der LKW-Fahrer, der einmal am Tag mit einem Trinkwassertank kam, war ein Sadist und wusch vor den Augen der Mädchen und Frauen seinen LKW mit dem Trinkwasser und drückte Trinkende mit dem Kopf unter Wasser.

Von Auschwitz wurden die arbeitsfähigen Mädchen und Frauen in ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald gebracht, dem eine Munitionsfabrik angeschlossen war. Im Sprengstoffwerk Hirschhagen in Hessisch-Lichtenau überlebte Blanka Pudler acht Monate Zwangsarbeit. Als junges Mädchen wurde sie dort „Kanarienvogel“ genannt, weil die giftigen Chemikalien, denen die Zwangsarbeiterinnen bei der Sprengstoffproduktion ohne Schutz ausgesetzt waren, ihre Haut, Haare und Nägel gelb verfärbten.

b.pu.„Noch heute beginne ich beim Anblick eines Schäferhundes zu zittern“, schilderte sie ihre Gefühle. „Die Wachen trieben und bewachten die Häftlinge mit Schäferhunden“. 1945 wurde das Lager evakuiert, und für die Frauen begann ein „Todesmarsch“, auf dem Hunderte an Hunger und Auszehrung starben. Amerikanische Soldaten versuchten, den Menschen Nahrung zu geben; es kam zu Vergewaltigungen durch russische Soldaten, bis die Überlebenden nach einer Quarantänezeit in russischen Lagern mit Bussen nach Bratislava gebracht wurden und neue Ausweise erhielten.

Auf die Frage einer Schülerin, wie sie es sich erklären könne, dass sie überlebt habe und so viele andere gestorben seien, antwortete Blanka Pudler: “Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben, und wir haben uns immer ausgemalt, wie es sein wird, wenn wir frei sind. Deshalb, glaube ich, konnte ich überleben.“
Verfasserin: Martina Hüsch – Fotos: Frau Dr. Goldmann

Impressum


fv-logoVerantwortlich für den Inhalt und die Gestaltung dieser Ausgabe:

Gerlinde Baum, Sylvie Geldmacher, Martin Heim, Karl-Heinz Holtheuer, Martina Hüsch, Friederike Rotmann-Kehder, Monika Schmidt, Josef Zanders

Die nächste Ausgabe von „Freunde und Förderer des NGK“ erscheint im Dezember 2010.


Erstellt am 2005-01-18 12:24:49 von WHahn
Aktualisiert am 2010-07-20 13:45:24 von FV_Ngk
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