Musikvideo statt Konzert: Band-AG & IPK performen ‚Hysteria‘

von | Fr, 2. Jul. 2021

Musikvideo statt Konzert?! Durch die Coronapandemie wurden dem instrumentalpraktischen Kurs und der Band-AG – wie vielen anderen schulischen Ensembles – sämltiche Proben- und Auftrittsmöglichkeiten genommen. Ganz im Zeichen der Digitalität wurde aus der Not eine Tugend gemacht und „Homerecording“ im „Homeschooling“ unterrichtet. Durch ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Kreativität der Schüler entstand zunächst eine Aufnahme, die mit Hilfe von Film- und Technikteam in Form eines Musikvideos in eine Präsentationsform gegossen wurde, die auf diese Weise nun ihren Weg in die Öffentlichkeit findet. Viel Spaß beim Hören und Sehen!

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Hysteria – ein Begriff, den man nicht sofort mit der Basilika Knechtsteden oder einem kirchlichen Kontext verbinden würde.

Trotzdem hat sich der instrumentalpraktische Kurs der Q1 unter Leitung von Herrn Ehrler für diesen besonderen Ort als Set des Musikvideos entschieden.

Hysterisch sein – durchaus ein Begriff, der in unsere aktuelle Zeit passt. So lautet doch die moderne Bedeutung des veralteten medizinischen Begriffs „zu nervöser Aufgeregtheit, zur Hysterie neigend; übertrieben erregt, nervös; überspannt“ (www.duden.de/rechtschreibung/hysterisch). In den vergangenen zwei Schuljahren haben wir in unserer Gesellschaft erlebt, wie zuvorderst die Coronapandemie, aber auch eine Vielzahl politischer, soziologischer und auch religiöser Themen zu teils hysterischen Reaktionen geführt haben.

Hysterisch sein kann aber auch innerlich, ganz lautlos geschehen – so beschreibt der Begriff ein Gefühl der übertriebenen Aufgeregtheit, einen Zustand, den man kaum aushalten kann, der mich innerlich zu zerreißen droht, für den ich keine Worte finde.

All diese Facetten einer „Hysteria“ beschreibt der Liedtext. Der Schluss des Songs lautet aus dem Englischen übersetzt: „Ich breche nicht zusammen/ ich breche aus/ […] ich fühle mein Herz implodieren/ und ich breche aus/ fliehe jetzt/ fühle meinen Glauben erodieren“.

Was zerreißt mich? Was bringt meine Glaubensgrundsätze zum Zerbröseln? – Die Antwort hierauf kann nicht einfach und allgemein sein. Sie kann nur so vielfältig ausfallen, wie wir selbst sind. Schnell kommen aber aktuelle Themen in den Sinn, etwa: Die aktuelle Kirchenkrise mit den für viele Menschen schwer verständlichen Antworten der Kirche auf diese Geschehnisse, der Umgang mit einer nicht enden wollenden Pandemie, die Klimakrise und das Artensterben oder ganz konkrete, schmerzliche Verluste und Erfahrungen in unserem Umfeld und der Schulgemeinde können uns Fragen nach dem Sinn des Lebens und Leidens stellen lassen.

Hysteria und bzw. in der Kirche? – Letztlich also doch kein Gegensatz, sondern ein Ort, der eine Einladung ist, sich auch mit seinen ungeklärten und akuten Gefühlen, Sorgen und Ängsten auseinanderzusetzen und sie vor Gott zu bringen.

von Florian Hollmann