„Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn“ Trierwallfahrt 2024
Herausforderungen sind anstrengend und kosten uns viel Kraft, aber wie sehr können sie unser Leben bereichern?
Auch auf der diesjährigen Trierwallfahrt haben uns viele Herausforderungen erwartet, die wir gemeinsam bewältigen mussten. Mit knapp 60 Leuten, Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und sogar Ehemaligen haben wir uns unter den Mottos „Mut“, „Hoffnung“ und „Glaube“ auf den Weg gemacht, um uns selber, unseren Glauben und die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer besser kennenzulernen.
Auf unserem Weg haben wir zwischendurch immer wieder angehalten, um uns kurze, von Schülerinnen und Schülern vorbereitete, Impulse zu hören und zu bedenken. So haben wir zu Beginn des zweiten Tages einen Impuls eines Bauern gehört, der sich als Glaubender jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche gesteckt hat. Immer, wenn ihm etwas Freude bereitet oder er einen Glücksmoment erlebt hat, wanderte eine Bohne von der linken Tasche in die rechte Tasche. So konnte er sich jeden Abend die Bohnen aus der rechten Hosentasche anschauen und sich an jeweils einen Glücksmoment des Tages erinnern. Nachdem wir diese Geschichte gehört hatten, haben wir alle dasselbe wie der Bauer mit Maiskörnern gemacht. Über den gesamten Tag hinweg haben es immer mehr Körner von der linken in die rechte Hosentasche geschafft. Diese Aufgabe hat uns allen besonders gefallen, da uns allen aufgefallen ist, wie viel Spaß wir eigentlich haben und wie dankbar wir sein können. Somit hat diese Aufgabe besonders gut zu dem Motto des zweiten Tages gepasst, da sie uns genau das, nämlich „Hoffnung“, gegeben hat.
Zwischen den Gesprächen untereinander und den Impulsen mussten wir uns immer wieder selbst überwinden. So mussten wir einen Fluss auf glitschigen Steinen überqueren. Dabei haben es sogar einige, wenn auch nicht ganz freiwillig, ins Wasser geschafft. Auch, wenn es eine Überwindung war, von Stein zu Stein zu gelangen, hat dieses Ereignis uns doch als Gruppe enger zusammengeschweißt. Alle haben mitgeholfen, dass es jeder heile auf die andere Seite schafft. Ein Paar von uns sind sogar freiwillig ins Wasser gegangen, um den Anderen auf den Steinen vom Wasser aus zu helfen.
Eine weitere Herausforderung, die uns auf dem Weg nach Trier erwartet hat, war eine eingebrochene Brücke im Wald. Dadurch, dass die Brücke nicht mehr begehbar war, mussten wir ein steiles Stück in ein ehemaliges Flussbett erst runter und dann auf der anderen Seite wieder hochklettern. Damit dies gelingen konnte, haben wir eine Art Menschenkette gebildet. Auf der Seite, die runter ging, haben einige gestanden und darauf geachtet, dass es alle gut ins Flussbett geschafft haben. Auf der gegenüberliegenden Seite standen wieder Andere, die uns dort geholfen haben, wieder hochzukommen. Dies hat uns gezeigt, dass wir gemeinsam immer einen Weg finden.
Ein großes Highlight unserer Wallfahrt war die Einweihung des Wegkreuzes des Norbert Gymnasiums. Dieses Jahr konnten wir miterleben, wie unser Wegkreuz mit einem kleinen Impuls und Gebet gesegnet wurde. Wir konnten diesen besonderen Moment nicht nur miterleben, wir durften das Kreuz sogar alle gemeinsam segnen. Auch das hat unseren Weg nach Trier noch einmal besonders gemacht.
Nach drei Tagen haben wir es dann, teilweise mit blutigen Füßen, nach Trier geschafft und durften in der St. Matthias Kirche feierlich einziehen, um dort unsere Pilgerplaketten überreicht zu bekommen. Auf dieser sind die Worte „Uns erleben“ oder „Unser Leben“ zu lesen. Man kann diese bewusst auf diese beiden unterschiedlichen Weisen lesen. Die Überreichung der Plaketten war definitiv einer der schönsten Momente auf unserer Wallfahrt nach Trier 2024.
Diese Erlebnisse der drei Tage haben uns als Gruppe auf dem 75 Kilometer langem Weg eng zusammengeschweißt und werden wahrscheinlich noch sehr lange als zwar sehr anstrengende, aber auch schöne und bereichernde Tage in unseren Erinnerungen bleiben.
von Isabelle Henn (Q2)





