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Guten Morgen, heute ist der 24. 07. 2019

Norbert-Gymnasium Knechtsteden

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Israel

Gelungene Völkerverständigung beim Israel-Austausch – Ein Zwischenbericht

06.05.2019

Am Dienstag, den 30. April machten sich die Lehrer Rolf Lenhartz und Timo Ehrler gemeinsam mit 25 Schülerinnen und Schülern der Stufe 11 auf den Weg nach Israel.

Nachdem sich die Gruppe thematisch in einigen Treffen vorbereitet hatte und die Kommunikation der Schülerinnen und Schüler beider Nationen bereits per WhatsApp angelaufen war, wurde der Zielort Be‘er Sheva, einer Stadt im Süden Israels nach einer 15-stündigen Anreise über Nacht eher weniger ausgeschlafen erreicht. Umso herzlicher war der Empfang der israelischen Gastgeber am Bahnhof, die die Schüler und Lehrer mit Luftballons und Umarmungen in Empfang nahmen.
Nach einer kurzen Verschnaufpause startete das Programm dann am frühen Nachmittag mit einer Busfahrt in die nahegelegene Wüste. Für die deutschen Schüler völlig ungewohnt war die obligatorische Begleitung der Gruppe durch einen bewaffneten Sicherheits- und Sanitätsbeamten. In einem von Beduinen betriebenen Camp wurden die Gäste dann mit der die Stadt umgebenden Wüste auf eine besondere Art vertraut gemacht: Bei sengender Hitze ging es auf Kamelen in einer großen Karawane durch die Negev-Wüste.
Von dort ging es weiter nach „Sde Boker“, dem Grabmal von David Ben Gurion, dem Staatsgründer Israels. Von hier aus konnte man zudem noch einen atemberaubenden Blick in das Naturreservat genießen.

Der nächste Tag war der „Tag der Shoah“ (ein israelischer Begriff für den Holocoust, bei dem durch Nazi-Deutschland Sechs Millionen Juden auf grausame Weise umkamen) und begann mit zwei gemeinsamen Schweigeminuten, während der die Sirenen im ganzen Land laut auf Dauerton heulten. Diese gemeinsam mit Israelis im eigenen Land zu verbringen, war ein sehr emotionales Erlebnis. In vier Gruppen aufgeteilt erarbeiteten sich die Schüler in gemischten Gruppen anschließend verschiedene Themen, die im Laufe des Austauschprogramms noch eine Rolle spielen sollten. Doch nun ging es zunächst zu einem der neuesten Museen in der Stadt, welches die Befreiung Be’er Shevas im Jahre 1917 während des 1. Weltkriegs durch die Allianzmächte eindrucksvoll darstellte und neben einem Friedhof errichtet war, in dem 1240 britische, australische und neuseeländische Soldaten begraben liegen, die im Kampf gegen das osmanische Reich umgekommen waren. Die hochmoderne Museumstechnik und die charmante Führung eines Briten und eines Kanadiers ließen die Ereignisse eindrucksvoll nachempfinden.
Noch ein weiteres Museum stand auf dem Tagesplan, welches die Geschichte Abrahams als Gründungsgeschichte der Stadt beschreibt.
Das Programm endete mit einer bewegenden Gedenk-Zeremonie in der Partnerschule, in u.a. die Nachkommen von sechs verschiedenen Holocaust-Überlebenden die Geschichten ihrer Verwandten erzählten. Dieser Zeremonie als deutscher Staatsbürger miterleben zu dürfen, war ein unbeschreibliches Gefühl.
Nach dieser schweren Kost wurden die Beziehungen unter den Schülern beim Bowling-Abend intensiviert. Die Lehrer erwartete auf der Dachterasse ihres Hotels beim Feierabendbier indes noch eine zufällige Begegnung mit dem Bundestagsabgeordneten Rainer Spiering, woraus sich noch eine interessante Diskussion über deutsche und israelische Bildungspolitik ergab.

Am Freitag, den 3.5. war zunächst noch unklar, ob das Bildungsministerium und die israelische Armee den Tagesausflug zum Gaza-Streifen aus Sicherheitsgründen genehmigen und oder untersagen würde. Mit Glück konnte die Gruppe fahren und aus gebührender Entfernung konnte die Grenze zum Gaza-Streifen sowie Gaza-Stadt beobachtet werden. Schüsse aus einer nahegelegenen Schießanlage verwandelten die ansonsten so friedlich wirkende Landschaft gleichzeitig in eine spannungsgeladene Atmosphäre. Michael, ein Bewohner des nahegelegenen Kibbuz, führte die Gruppe anschließend durch das nahegelegene Wohngebiet, dessen Bewohner in ständiger Alarmbereitschaft waren. Etwa zehn Sekunden Vorwarnzeit vor dem Einschlag einer Kassam-Rakete sind nicht viel, was auch die vielen kleinen Bunker erklären ließ, die auf dem gesamten Gelände zu erblicken waren. Eine emotional intensive Diskussion über den Israel-Palästina Konflikt, den Umgang mit Militär, Krieg und Frieden sowie über persönliche Einstellungen machte kulturelle Unterschiede deutlich und verband die Gruppe gleichzeitig umso stärker. Den Abend vor dem einzigen programmfreien Tag verbrachte man nun in den Familien zum traditionellen Erev Shabbat, dem jüdischen wöchentlichen Feiertag, dem unser Sonntag entspricht.


Von: Timo Ehrler


Letzte Aktualisierung: 04.07.2019 09:06